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03.05.2016 l Ein TVD-Standard macht den Unterschied
Ecke, Kopfball, Tor: Dinklage gewinnt Landesliga-Derby mit 1:0 und zieht BW Lohne mit in den Schlamassel
Vor 900 Zuschauern im Dinklager Jahnstadion gab es nur einen frühen Treffer von Claude Videgla. Sein Coach Stefan Stuckenberg fand das Tor „überragend“.

Die Spieler von BW Lohne schlichen nach dem Ende der Partie ruck, zuck in die Kabine. Einer nach dem anderen. Mit gesenkten Köpfen, mit hängenden
Schultern, mit leeren Blicken. Nein, so hatten sie sich den sportlichen Tanz in den Mai nicht vorgestellt. Und während BWL-Coach Daniel Dauny versuchte, die Ankunft der Lohner im Schlamassel der Landesliga zu erklären, genossen die Fußballerm des TV Dinklage den Moment in vollen Zügen. Dem Teamkreis folgte die „La Ola“ für die Fans. „Derbysieger, Derbysieger“, hallte es den TVD-Spielern entgegen.

Mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Lohne – dem vierten Sieg in den letzten sechs Spielen – kam Dinklage am Samstagabend dem Klassenerhalt im Weser-Ems- Oberhaus einen weiteren Schritt näher. Der Weg ist zwar nach
wie vor noch weit und steinig, doch der TVD zeigte beim ersten Derbysieg in dieser Saison nach zuvor drei Niederlagen gegen Lohne (1:5) und Oythe (2:3, 1:3) jene Tugenden, die im Abstiegskampf nötig sind. „Die Jungs haben großartig gekämpft und Zusammenhalt gezeigt. Sie haben alles reingeworfen – vor allem in Unterzahl“, schwärmte TVDTrainer Stefan Stuckenberg vom Siegeswillen seines Teams.

Reinfußballerisch war"s zwar wie inder Vorwoche beim 3:2 gegen Leer schwere Kost, die der TVD den 900 Zuschauern im Jahnstadion anbot, doch das juckte im Lager des Siegers überhaupt niemanden. „Es ging heute nur um das Ergebnis“, erklärte Stuckenberg recht pragmatisch. Der TVD rückte auf Platz elf vor und ist bis auf zwei Punkte an Lohne dran. Die Blau-Weißen, die im Derby in gelben Trikots spielten und nun fünf der letzten sieben Partien verloren haben, nähern sich derweil immer mehr der Gefahrenzone an.

Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird immer größer. „Wir sind richtig drin im Abstiegskampf“, gab Dauny zu. Das Tor des Tages fiel bereits in der dritten Minute – und die Art und Weise war irgendwie typisch TVD: Ecke, Kopfball, Tor. Claude Videgla rammte einen Eckball von Tobias Schwermann aus sechs, sieben Metern ins Netz. Stuckenberg fand den Treffer „überragend“.

Dauny haderte, dass gleich die erste der Dinklager Standardsituationen, vor denen er so gewarnt hatte, zum Rückstand führte. Für Videgla war"s der erste Saisontreffer. Der 25 Jahre alte Togolese, der lange verletzt war und erst sein viertes Spiel für den TVD machte, kehrte ebenso wie Schwermann sowie die lange verletzten Daniel Nuxoll und Markus Espelage pünktlich zum Derby in die Startelf zurück.

Bis zur Pause sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie. Chris Neteler (8.) und Nuxoll (23.) hatten das 2:0 auf dem Fuß, auf der Gegenseite kamen Felix Oevermann (19.) und der angesichts der Lohner Personalnot aus dem Kreisliga-Team hochgerückte Steffen Thoben (37.) dem 1:1 recht nahe.

Was nach dem Seitenwechsel folgte, beschrieb Dauny später als „Spiel auf ein Tor“. Die Lohner übernahmen das Kommando – erst recht nach der Gelb-Roten Karte für Dinklages Chris Neteler (63.). Stuckenberg sah „70 Prozent Ballbesitz für Lohne, aber effektiv waren sie ja nicht“, Dauny erhöhte gar auf „80 Prozent“.

Aber: BWL spielte harm- und ideenlos. Es gab wenig Zug zum Tor, das Spiel über die Außen klappte nicht wirklich, vieles blieb Stückwerk. Die langen Bälle auf Tim Wernke waren eine dankbare Beute für die kopfballstarke, aufmerksame TVDInnenverteidigung, die Lohnes Torjäger abmeldete. „Der finale Pass kam nicht an“, haderte Dauny. Und weiter: „Dinklage stand ja mit acht Mann am Strafraum. Die Räume waren extrem eng. Kein Vorwurf an meine Mannschaft, sie hat alles versucht.“
Es blieb bei drei Chancen für Tobias Niedfeld (64.), Dio Ipsilos (70.) und Mursel Smakolli (77.). Dinklage verteidigte mit Leidenschaft, gut sortiert, kompromisslos, taktisch diszipliniert und angeführt von Videgla, der diverse Löcher stopfte und zwei, drei Konter zur Entlastung einfädelte. „Claude ist sehr wichtig für uns“, lobte Stuckenberg. Sprach es – und gesellte sich wieder zum Team.


Überblick:
TV Dinklage - BW Lohne 1:0

Dinklage: Lange - Sö. Gaußelmann, M. Espelage, Blömer, Neteler - Videgla - Nuxoll (71. Moormann), Schwermann (46. Dahlmann), S. Espelage, S. Ablak - Bockhorst (90. Bornhorst).
Lohne: Kreimer - Bramscher, Hofmann, Meyer, Thoben - Ipsilos, Westerhoff, Oevermann (64. Niedfeld), Olberding (46. Hegerfeld) - Wulfing (57. Smakolli), Wernke.
Tor: 1:0 Videgla (3.).
Zuschauer: 900.
Gelb-Rot: Neteler (63.).
Nächste Spiele: TVD am Sonntag (8.5., 15.00 Uhr) in Friesoythe; Lohne am Mittwoch (4.5., 19.00 Uhr) gegen Oythe.

Im Bild:
Aufregung im Dinklager Strafraum: TVD-Keeper Frank Lange kann aber durchatmen, Mursel Smakolli (rechts) verpasst den Ausgleich.

Foto:
Scikora

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