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19.06.2012 l Einmal Auftanken für Olympia in Lohne
Vechtaer Erik Pfeifer fühlt sich nach Lehrgängen in Italien und England bei 90 bis 95 Prozent angekommen
In rund fünf Wochen beginnt für den Vechtaer Boxer Erik Pfeifer das Unternehmen Olympische Spiele in London. Am Wochenende war er noch einmal beim Training seines Vereins BW Lohne. Er hat ein gutes Gefühl.

Zehn Leute laufen sich warm, der jüngste ist gerade sieben Jahre alt. Eine bunte Reihe, eine Frau ist auch dabei. Und: Erik Pfeifer, Olympia-Teilnehmer. Der Boxer von BW Lohne ist letztmals vor den Olympischen Spielen in Lohne. In der BWL-Halle am Bergweg absolviert er einen lockeren Trainingsabend in der Box-Gruppe seines Heimtrainers Sergej Markin. Einmal noch Heimatluft
tanken für Olympia.

Erik Pfeifer ist ein bodenständiger Typ. Man kann auch sagen: geerdet. Vor dem Training gibt es Autogrammkarten für alle. „Team London, Erik Pfeifer, Boxen“ steht vorne drauf. Pfeifer übergibt sie schnell Markin, damit er sie verteilt, ihm selbst ist es offenbar etwas peinlich. Die Jugendlichen greifen zu. Sie schütteln Pfeifer zur Begrüßung ehrfürchtig, aber fest die Hand.

Etwa die Gashi-Brüder Denis und Agon, die gerade Nummer 1 und 2 bei den Deutschen-Jugendmeisterschaften geworden sind und Pfeifer als ihr Idol ansehen. Ein Idol auf Augenhöhe. Erik Pfeifer, das Vorbild, trainiert wirklich mit ihnen zusammen. Daraus würde mancher einen großen Auftritt machen. Erik Pfeifer aus Vechta nicht.

Auf der Rückseite der Autogrammkarte steht unter Pfeifers Interessen: Familie. Er bringt seinen Vater Oleg mit zum Training, seine Ehefrau Anastasia ist dabei, auch der einjährige Sohn Nikita; er läuft fröhlich in der Halle zwischen den Boxern umher. Olympia-Vorbereitung als Familienangelegenheit.

„Ich bin momentan bei 90 bis 95 Prozent. Es fehlt noch etwas Genauigkeit und Schnelligkeit. Aber ich fühle mich gut“, sagt der 25-jährige Modellathlet, der bei 1,90 m Größe sein ideales Kampfgewicht von 100 bis 102 Kilo zurzeit um etwa zwei Kilo überschreitet; für den Superschwergewichtler kein Problem. Einen speziellen Ernährungsplan gibt es für den mehrfachen Deutschen Meister jedoch nicht.

„Ich habe mich immer gesund ernährt und zum Beispiel auf Fast Food verzichtet“, berichtet Pfeifer, der zusammen mit nur drei weiteren Faustkämpfern das Olympia-Aufgebot des Deutschen Box-Verbandes bildet. Eigentlich sollte sich Erik Pfeifer am Wochenende direkt nach dem 10-tägigen Intensivlehrgang im englischen Sheffield ausruhen, aber gegen ein bisschen Bewegung im Kreise seiner Lohner Freunde kann ja niemand etwas einwenden.

Auch Bundestrainer Valentin Silaghi nicht. „Er ist ganz zufrieden mit mir. Es sind nur einige Kleinigkeiten zu ändern“, berichtet Pfeifer. Das Training in Sheffield habe richtig was gebracht. Pfeifer gibt zu: „Es war hart.“ Es gab Kämpfe gegen Briten und gegen Bulgaren. Heimtrainer Markin beschreibt Pfeifers Boxstil so: „Er ist ein technischer Boxer, kein K.o.-Schläger.“ Und bei Olympia seien im 16er-Starterfeld nur gute Leute, das werde schon schwer.

Pfeifer selbst ist immer Optimist. Er sagt: „Natürlich ist das Ziel immer Gold. Ich werde mein Bestes geben. Aber Glück oder Pech spielen auch eine Rolle.“ Bei der WM im vergangenen Herbst in Baku war er Bronzemedaillengewinner. Seitdem ist er einer der Mitfavoriten. Der größte Rivale? Pfeifer: „Wahrscheinlich der Brite Anthony Joshua, ein richtiger Brocken.“

Die Grundlagen für Olympia hat sich Erik Pfeifer bei einem knapp dreiwöchigen Trainingslager in Sabaudia nahe Rom geholt. Es wurde viel Fahrrad gefahren, dazu gab es Krafttraining und Boxschule. „Wir hatten sogar Zeit und haben ein bisschen in der Sonne gelegen“, sagt Pfeifer und lächelt. Frau und Kind waren mit in Italien.

Das Projekt Olympische Spiele geht in dieser Woche in die entscheidende Phase. In der Sportschule Hennef ist ein Lehrgang angesetzt, danach folgen drei TageHeimaturlaub inWeinheim beim Olympia-Stützpunkt Heidelberg, ehe der finale Speziallehrgang erneut in Hennef beginnt.

Die Spiele starten am 27. Juli. Pfeifer wird schon ein paar Tage vorher hinfliegen und sein Quartier im Olympischen Dorf beziehen. Er hat es schon während des Lehrgangs in Sheffield besichtigt, auch die Olympia-Arena, in der das Boxen stattfindet. Pfeifer: „Eine riesigeHalle.“

Also schon etwas anderes als das kleine BWL-Domizil am Lohner Bergweg, wo man sich freut, dass Erik Pfeifer sich kurzfristig angemeldet hat. „Das Gefühl ist gut“, erklärt der OV-Sportler des Jahres, der voraussichtlich am 1. August erstmals in den Olympia-Ring steigt. Das Finale, der große Traum, ist für den 11./12.August angesetzt.

Der Bekanntheitsgrad von Erik Pfeifer ist in den letzten Wochen enorm gestiegen. Früher hätte er ja nur mit der OV zu tun gehabt. Jetzt seien Interviewwünsche vom Fernsehen dazugekommen, das Radio sei da gewesen, auch verschiedene Zeitungen. Sie fragen nach der Vorbereitung, seinem Umfeld, seinem Training.

Auch an diesem Trainingsabend in Lohne erscheint noch ein Radio-Bremen-Reporter mit Mikrofon. „Das ist schon neu für mich. Aber es ist kein Problem.“ Erik Pfeifer ist ein sehr höflicher Zeitgenosse. Er sagt: „Ich fühle mich geehrt.“

Im Bild:
Eine glückliche Familie: Superschwergewichtler Erik Pfeifer in der BWL-Sporthalle am Bergweg mit Ehefrau Anastasia und Sohn Nikita.
Foto: Schikora

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