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14.05.2012 l Werder kann ja doch noch Tore schießen
5:0-Sieg im Lohner Benefizspiel gegen die Kreisauswahl / Schmunkamp nicht zufrieden,Trostspender Schaaf schon
Rund 4500 Zuschauer sorgten für eine große Kulisse in Lohne. Der Bundesligist Werder Bremen gewann gegen die Kreisauswahl am Ende noch standesgemäß.

Am Ende gab es dann doch ein erwartetes Ergebnis. Fußball-Bundesligist Werder Bremen gewann am Sonntag vor rund 4500 Zuschauern im Lohner Heinz-Dettmer-Stadion mit 5:0 (1:0) gegen die Kreisauswahl Vechta. Der Tabellenneunte der Bundesliga erfreute sich vor allem bei der Jugend großer Beliebtheit.

Als gestern gegen 17.00 Uhr der Schlusspfiff vom Oyther Schiedsrichter Henrik Bramlage („Es war ein leichtes Spiel für mich“) ertönte, setzte ein Sturmlauf der Autogrammjäger auf die Profis ein. Die hatten zuvor eine ordentliche Leistung abgeliefert und der heimischen Auswahl vor allem in der zweiten Halbzeit doch die Grenzen aufgezeigt. Dabei hatte Auswahlcoach Thomas Schmunkamp (BW Lohne), der vor dem Spiel als Ex-Werderaner vom Bremer Trainer Thomas Schaaf herzlich begrüßt wurde, zum Anstoß noch Wünsche geäußert: „Ich hoffe, unsere Jungs nehmen das Spiel ernst. Wenn wir in jeder Halbzeit ein Tor schießen, wäre ich zufrieden. Zumindest wollen wir nicht untergehen.“

Also: Seine Jungs nahmen die Partie ernst, ein Tor gelang nicht, aber untergegangen ist das Team auch nicht. Werder, das in der vergangenen Bundesliga-Saison erneut einen Platz im Europapokal verpasste und künftig mit abgespecktem Kader am Start sein wird, setzte seine Vorteile in puncto Athletik und Schnelligkeit ein. Auch ohne die EM-Kandidaten Tim Wiese, Sebastian Boenisch (Polen), Sokratis (Griechenland), den zu Chelsea wechselnden Marko Marin und den am Morgen noch beim Training in Bremen gesichteten Claudio Pizarro nahmen die Bremer das Heft in die Hand.

Im ersten Durchgang lief viel über den fleißigen Aaron Hunt, der am Samstag schon als Stargast beim Fanclubturnier in Lohne dabei war. Aber es blieb zunächst bei einem 1:0, das Denni Avdic aus 16Metern nach Vorarbeit von Naldo auf sein Konto brachte (16.). Der aufmerksame Dinklager Torwart Willi Heise hatte keinerlei Abwehrchance; das galt bei den weiteren vier Toren auch für den im zweiten Abschnitt gebrachten Lüscher Keeper Henning Reichenbach.

Heise, der in der kommenden Saison zum Landesligisten VfL Oythe wechselt, parierte etwa einen Freistoß von Hunt (42.); kurz danach rettete sein TVD Kollege Chris Neteler auf der Linie nach Naldos Kopfball (45.). Chancen für die Auswahl gab es praktisch nicht. Die schnellen Tim Wernke (VfL Oythe) und Paul Kosenkow (BV Cloppenburg) zeigten gute Ansätze, wurden aber von der sicheren Werder-Deckung stets abgeblockt.

In der Defensive war vor allem der Lohner Thorsten Tönnies (BSV Rehden) hoch motiviert. Der Ex-Werder-Spieler hatte an der Seite des routiniert
agierenden Dammer Innenverteidigers Stefan Bernholt gute Szenen und sagte nachher: „Es hat Spaß gemacht, aber ich bin jetzt uppe. Ich war ganz gut im Spiel drin. Ich wollte mich nicht blamieren.“ Auch die Begegnungen mit einigen früheren Bremer Gefährten wie Christian Vander, Lennart Thy oder Florian Trinks seien sehr positiv gewesen.

Auch der Oyther Jan Egbers berichtete von einer angenehmen Wettkampf-Atmosphäre auf dem Platz: „Der Naldo war echt locker drauf. Clemens Fritz habe ich gefragt, ob ich sein Trikot bekomme, aber er hatte es schon einem Jungen versprochen. Aber vielleicht kriege ich noch sein zweites.“ Er bekam es. Egbers weiter: „Das Spiel war ein tolles Erlebnis. Die Bremer waren nur zu schnell und zu clever.“

Das zeigte sich vor allem in der zweiten Halbzeit, in der beide Seiten reichlich wechselten. Bei Werder gab es dadurch weniger Probleme, im Gegenteil. Die eingewechselten Nachwuchskräfte Lennart Thy (70.), Tom Trybull (74./88.) und Florian Trinks (83.) schraubten mit ihren Toren das Ergebnis in der Schlussphase noch auf 5:0.

Einmal kam auf der Gegenseite Tim Wernke einem Tor sehr nahe, als er nach einem Doppelpass mit seinem Oyther Teamkollegen Dennis Jex – der bei einigen Gegenstößen sein Spielverständnis klug einsetzte – knapp verzog (56.). Auswahl-Kapitän Christian Bröring (BW Lohne), der neben Tönnies als einziger Spieler aus der Auswahl durchspielte, sagte nach der Partie: „Nach dem Wechsel kamen bei Werder die jungen Wilden, da mussten wir dem Tempo Tribut zollen. Aber jeder hatte Spaß, und das war die Hauptsache.“ Kurzfristig passen mussten der Lüscher Markus Dieluweit wegen einer Bänderdehnung und Dammes Vladi Aumann, der sich beim Treppensteigen verletzte.

„Die Auswahl hat das hervorragend gemacht. Wir haben in der Liga schon Probleme gehabt, Tore zu schießen. Hier auch. Aber am Ende sind wir noch ein bisschen ins Rennen gekommen“, meinte Thomas Schaaf nach dem Spiel. Ob er den Gegner vorher gekannt habe? „Den Gegner nicht, aber den Trainer“, sagte der Werder-Coach. Daher habe er gewusst, welche Einstellung die Auswahl zeigen würden. Thomas Schmunkamp war Ende der 80er Jahre Schaafs Kapitän in der Werder-A-Jugend. Ob seine Erwartungen erfüllt worden seien? „Nein“, formulierte der Auswahlcoach knallhart.

Im Bild:

Heißes Duell: Werder-Akteur Aaron Hunt (links) gegen den früheren Bremer Thorsten Tönnies von der VEC-Auswahl.
Foto: Schikora

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